{"id":1270,"date":"2012-09-15T13:48:20","date_gmt":"2012-09-15T11:48:20","guid":{"rendered":"http:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/?p=1270"},"modified":"2020-10-13T13:46:10","modified_gmt":"2020-10-13T11:46:10","slug":"tarkovskij-gewidmeter-splatterporno","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/tarkovskij-gewidmeter-splatterporno\/","title":{"rendered":"Tarkovskij gewidmeter Splatterporno"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Antichrist&#8220; von Lars von Trier &#8222;rezipiert&#8220; \u2013<br>den ich nur des Titels und Willem Dafoes wegen gekauft hatte. H\u00e4tte ich gesehen, dass es ein Trier-Machwerk ist, h\u00e4tte ich mir die 5 Euro (nat\u00fcrlich) gespart.<br>Was ich Trier vorwerfe (der sich das &#8222;von&#8220; ausgedacht hat, mit 43 erfuhr, dass sein richtiger Vater ein Deutscher namens Hartmann war und seine erste Frau zur Geburt seines Kindes verlie\u00df), sind nicht die &#8222;schr\u00e4gen&#8220;, absto\u00dfenden Darstellungen, die \u00fcbertrieben wackelnde Kamera, damit man sieht, dass es eine Handkamera ist (aber auch eine Handkamera kann man mit ein wenig Geschick stillhalten!), der schlechte Ton und und und, sondern, dass er mich langweilt! Und zwar jedes mal.<br>H\u00e4tte meine Freundin nicht nachdr\u00fcckliches Interesse am Weiterschauen bekundet, w\u00e4re ich \u00fcber den &#8222;Prolog&#8220; nicht hinausgekommen, wo ein etwa dreij\u00e4hriges Kind sich seelenruhig und zielorientiert eine Leiter baut, das Fensterbrett erklimmt, das Fenster \u00f6ffnet (was die im selben Raum splitterfasernackt kopulierenden Eltern nicht bemerken, obwohl frostigster Winter herrscht) und aus demselben springt\u2026<br>Dann diverse langweilige Langeinstellungen im Schnelldurchlauf (der Film ist Tarkovskij gewidmet, h\u00f6rt h\u00f6rt! &#8211; ob ich DESSEN Filme, Stalker, Nostalghia, heute noch so frenetisch feiern w\u00fcrde wie damals, als 24-J\u00e4hriger?\u2026).<br>Zwischendurch ein paar Dialoge in Normalgeschwindigkeit.<br>Dann ab der Stelle, wo das Genre des langweiligen Psychogelaber-Films vom Horror-Splatter-Porno v\u00f6llig unvermittelt abgel\u00f6st wird, zu Ende gesehen.<br>Alter Schwede! Ach nee. Alter D\u00e4ne! Beziehungsweise. Alter Halbdeutscher-Halbd\u00e4ne!<br>Jedenfalls die letzten 20 Minuten keine Langeweile mehr! Fantasievoll, wie die Psychotante (\u00fcber die Figuren erf\u00e4hrt man ja rein gar nichts) ihrem Mann erst die Kl\u00f6ten zermatscht (der das kommen sieht, aber offenbar nichts weiter dagegen einzuwenden hat), dann dem Bewusstlosen einen runterholt, bis der Schwanz (\u00fcbrigens so gewaltig, dass sie ihn nicht einmal mit der Hand umfassen kann) Blut ejakuliert, daraufhin ein Loch in sein Fu\u00dfgelenk bohrt, um eine Schleifsteinachse hindurch zu stecken und das Gewicht mittels 22er Mutter festzuziehen. Er schleppt sich in einen Dachsbau, buddelt eine lebendige Kr\u00e4he aus, versucht, sie zu erschlagen und lockt mit ihrem Gekr\u00e4chze die Psychotante an\u2026 Schlie\u00dflich schneidet diese sich die Klitoris mit einer Schere ab \u2013 auch wieder in Gro\u00dfaufnahme mit herausschwappendem Blut\u2026<br>Alles in allem wohl eine Art Potpourri der Alptr\u00e4ume, mit denen Triers Analytiker nichts anfangen konnte.<br>Was hatte Trier damals, 1995 in seinem &#8222;Dogma&#8220; &#8222;manifestiert&#8220;?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Als Drehorte kommen ausschlie\u00dflich Originalschaupl\u00e4tze in Frage, Requisiten d\u00fcrfen nicht herbeigeschafft werden.<\/li><li>Musik kann im Film vorkommen (zum Beispiel als Spiel einer Band), darf aber nicht nachtr\u00e4glich eingespielt werden.<\/li><li>Zur Aufnahme d\u00fcrfen ausschlie\u00dflich Handkameras verwendet werden.<\/li><li>Die Aufnahme erfolgt in Farbe, k\u00fcnstliche Beleuchtung ist nicht akzeptabel.<\/li><li>Spezialeffekte und Filter sind verboten.<\/li><li>Der Film darf keine Waffengewalt oder Morde zeigen.<\/li><li>Zeitliche oder lokale Verfremdung ist verboten \u2013 d. h. der Film spielt hier und jetzt (also nicht etwa im Mittelalter oder in einer entfernten Zukunft oder in einem anderen als dem Produktionsland, auf einem fremden Planeten, in einer fremden Dimension o. \u00c4.).<\/li><li>Es darf sich um keinen Genrefilm handeln.<\/li><li>Das Filmformat muss Academy 35 mm sein.<\/li><li>Der Regisseur darf weder im Vor- noch im Abspann erw\u00e4hnt werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re wohl ein Leichtes, nachzuweisen, dass er selbst in nur diesem einen Film s\u00e4mtliche Gesetze gebrochen hat.<br>ABER man diskutiert sich \u00fcber den Schwachsinn die K\u00f6pfe hei\u00df! Vielleicht ist DAS ja der Sinn der ganzen Sache: reine Provokation?! So \u00e4hnlich wie Konzeptkunst. Vielleicht schlie\u00dft sich HIER der Kreis\u2026?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Antichrist&#8220; von Lars von Trier &#8222;rezipiert&#8220; \u2013den ich nur des Titels und Willem Dafoes wegen gekauft hatte. 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