{"id":1692,"date":"2023-09-14T14:46:51","date_gmt":"2023-09-14T12:46:51","guid":{"rendered":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/?p=1692"},"modified":"2023-09-14T14:48:01","modified_gmt":"2023-09-14T12:48:01","slug":"barbylon-oder-maximalismus-meets-minimalismus-meets-emanzen-dystopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/barbylon-oder-maximalismus-meets-minimalismus-meets-emanzen-dystopie\/","title":{"rendered":"Barbylon, oder Maximalismus meets Minimalismus meets Emanzen-Dystopie"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Babylon <\/em>und <em>Banshees of Inisherin<\/em> hintereinander weg. Und dann <em>Barbie<\/em>.<\/h3>\n\n\n\n<p>Do., 26.1.23: Kinohopping, zwei Filme, die es beide in sich hatten, erst den dreist\u00fcndigen und damit mindestens 45 Minuten zu langen, dennoch beeindruckenden <em>Babylon<\/em> mit dem v\u00f6llig unn\u00f6tigen deutschen Verleih-Zusatztitel \u201c\u2013 Rausch der Ekstase\u201d und einer zwar blendend spielenden und irgendwie gef\u00e4hrlich gut aussehenden, aber irgendwie auch profillosen Protagonistin Margot Robbie in einer effekthascherisch \u00fcberfrachteten Handlung: Allen voran m\u00fcsste die Neger-Star-unter-Wei\u00dfen- und\/oder Louis-Armstrong-Geschichte wenn \u00fcberhaupt, eine eigene sein; hier hei\u00dft die Figur des Super-Trompeters, der nebenbei ganz pl\u00f6tzlich Multimillion\u00e4r wird, Sidney Palmer. \u2013 Man versteht nicht, weshalb ein ber\u00fcchtigter Gangsterboss von Tobey Maguire gespielt wird und komplett debil sein muss. Manche Str\u00e4nge werden einfach abgew\u00fcrgt, wie gleich zu Beginn die eigentlich fesselnde und originelle Intro-Sequenz mit dem Elefanten, der auf einem Lastwagen einen Berg runterrollt. Wie geht diese Rutschpartie aus? Warum wird das nicht gezeigt? Weshalb wirft einer hektisch Heu neben den Elefantenhintern?&#8230; Auch viele andere Motive und Figuren \u00fcberfrachten die eigentlichen beiden Geschichten \u2013 deren zweite wiederum alt ist: Das Scheitern eines Stummfilmstars an den Herausforderungen der Tonfilm-Revolution, wie man es aus dem wunderbaren \u201cSingin\u2019 in the Rain\u201d kennt (der am Ende deshalb auch explizit zitiert wird). Der Star ist eigentlich doch keiner, dann aber wieder doch, das ist einerseits tragisch, dann wieder einfach nur doof und verwirrt unn\u00f6tig. \u2013 Die zweite Geschichte, die leider auch nicht konsequent erz\u00e4hlt wird, gef\u00e4llt mir am besten: Ein junger, h\u00fcbscher, bescheidener aber sehr ehrgeiziger und vielseitiger Einwanderer will an etwas Gro\u00dfem mitwirken, zum Beispiel an einem Hollywoodfilm, verliebt sich in den Star, als er noch keiner ist, und richtet sein Leben darauf aus, sie heimlich und reinen Herzens zu lieben&#8230; Der Film lohnt sich trotz der (elefant\u00f6sen) \u00dcberladung \u2013 f\u00fcr so manche gro\u00dfartige Einzel-Szene, etwa wenn Margot Robbie (alias Nellie LaRoy) beweist, dass sie auf Kommando die gew\u00fcnschte Anzahl Tr\u00e4nen vergie\u00dfen kann. \u2013 <\/p>\n\n\n\n<p>Dann der schr\u00e4ge (und komplett maschinenlose) Irr-Land-Film <em>The Banshees of Inisherin<\/em> (sprich: Inish-erin) von Br\u00fcgge-Regisseur Martin McDonagh. Langatmig aber, sofern man sich darauf einl\u00e4sst, auch faszinierend. Ich frage mich, ob der Film auch funktionieren w\u00fcrde, wenn nicht zuf\u00e4llig zwei Weltstars mitgemischt h\u00e4tten. Wer h\u00e4tte die beiden Figuren gespielt, wenn ein Ostfriese das Drehbuch geschrieben h\u00e4tte? Detlev Buck und Til Schweiger? Was mich, abgesehen von den zu vielen abgeschnittenen Fingern, dramaturgisch st\u00f6rt: Dass niemand von den Inselbewohnern am Schluss kommt, um den Brandanschlag mitzuerleben \u2013 nachdem er auf die Minute genau angek\u00fcndigt wurde \u2013 nicht einmal der gemeingef\u00e4hrliche Dorfpolizist\u2026<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Apropos Margot Robbie<\/h3>\n\n\n\n<p>Do., 20.7.23 \u2026 Dann am Kantkino vorbei, wo ich den Beginn einer Preview des Barbie-Films mit Ryan Gosling gerade noch so eben schaffe. Im Foyer ist alles rosa, und eine sexy Mitarbeiterin tr\u00e4gt einen engen quietschrosa Plastkrock, sehr hei\u00df. Bl\u00f6derweise bekomme ich nur noch einen Platz in der zweiten Reihe, die in diesem Kino zu dicht vor der Leinwand liegt.<br>Die ersten 50-60 Minuten sind (insbesondere wegen der Kulissen und Kost\u00fcme) beeindruckend, dann wiederholt sich alles und zieht sich z\u00e4h wie alter Kaugummi hin. Was (auch) st\u00f6rt: Dass Mattel permanent so aufdringlich als Sponsor bzw. eigentlicher Produzent in Erscheinung tritt, weil man sich immer fragt, ob man da gerade (werbe)psychologisch sehr weit hinters Licht gef\u00fchrt wird. Ist das ein Werbefilm f\u00fcr Barbie? Warum wurde die Dickw\u00e4nstin eingeschmuggelt? Es gibt doch gar keine pyknische, adip\u00f6se Barbie, oder doch!? \u2013 Gosling allerdings, wie im <em>Lalaland<\/em> tanzend und (hervorragend) singend, und Margot Robbie, die ich (s.o,) eigentlich uninteressant finde, aber f\u00fcr diese Rolle nat\u00fcrlich wie geschaffen ist, spielen herausragend. Die Funktion der seltsam blassen Mutter mit dem uninteressanten M\u00e4dchen verstehe ich nicht \u2013 ebenso wenig die Monty Python-Managertypen um den unkomischen Will Ferrell. Auch w\u00e4re es bei weitem angenehmer gewesen, wenn die Geschichte nach dem Turning Point in der richtigen Welt weitergespielt h\u00e4tte, da man von der grellen Plastikwelt sp\u00e4testens nach der H\u00e4lfte Augenschmerzen bekommt. Das Ganze mutiert zu einer Emanzen-Dystopie und w\u00e4re wohl wesentlich besser gelungen, wenn man das Projekt jemandem wie Wes Anderson oder den Coen-Br\u00fcder anvertraut h\u00e4tte, statt jener Greta Gerwig, die jedes Jahr einen Frauenfilm macht, die ich alle nicht gesehen habe. <\/p>\n\n\n\n<p>Witzig: wenn man den Film googelt, erscheinen Sternchen auf dem Monitor und die Schrift ist rosa!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Babylon und Banshees of Inisherin hintereinander weg. Und dann Barbie. 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