{"id":287,"date":"1995-01-01T12:04:11","date_gmt":"1995-01-01T11:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/frankjankowski.de.w01a8fb4.kasserver.com\/wp_textblog\/?p=287"},"modified":"2020-05-20T16:30:18","modified_gmt":"2020-05-20T14:30:18","slug":"%d0%ba-%d0%b7%d0%b2%d0%b5%d0%b7%d0%b4%d0%b0%d0%bc-hinauf-zu-den-sternen-ein-stueck-von-leonid-andrejew","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/%d0%ba-%d0%b7%d0%b2%d0%b5%d0%b7%d0%b4%d0%b0%d0%bc-hinauf-zu-den-sternen-ein-stueck-von-leonid-andrejew\/","title":{"rendered":"\u043a \u0437\u0432\u0435\u0437\u0434\u0430\u043c &#8212; &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220; &#8212; ein St\u00fcck von Leonid Andrejew"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aus dem Russischen frei \u00fcbertragen von Frank Jankowski, Stand: 1995, verlegt bei <a href=\"http:\/\/www.frankjankowski.de\/vita\/zeugnis\/henscan.htm\">Henschel Schauspiel<\/a><\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Gorkis St\u00fcck [&#8222;Kinder der Sonne&#8220;!] verdankt seine Entstehung dem Einfall der beiden Freunde Gorki und Andrejev, je ein &#8222;astronomisches Schauspiel&#8220; zu schreiben. Andrejev nannte sein symbolistisches St\u00fcck K zvjozdam (Hinauf zu den Sternen): Er lie\u00df darin einen Astronomen in der Wissenschaft Zuflucht vor der Wirklichkeit suchen.&#8220;<\/strong><\/p><cite>Kindlers Literaturlexikon<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Ein K\u00fcnstler von seltenem Talent und seltener Originalit\u00e4t.&#8220;<\/strong><\/p><cite>Maxim Gorkij<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Andrejev stellt diese verfluchten Fragen aus seiner tiefsten Tiefe heraus &#8211; unabl\u00e4ssig und besinnungslos.&#8220;<\/strong><\/p><cite>Aleksander Blok<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Jede neue Erz\u00e4hlung dieses jungen talentierten Dichters ist ein literarisches Ereignis. Sein Name steht neben dem Gorkijs.&#8220;<\/strong><\/p><cite>V. Desnickij<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Einen ungeheuer starken und tiefen Eindruck hinterlassen.&#8220;<\/strong><\/p><cite>V. I. Nemirovitsch-Dantschenkos \u00fcber &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220;<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Die Szenerie \u00fcbte einen Einflu\u00df von enormer magnetischer Kraft aus. Diese Auff\u00fchrung geh\u00f6rt zu den st\u00e4rksten Erlebnissen im Theater.&#8220;<\/strong><\/p><cite>Die Zeitung &#8222;Russkie Vedomosti&#8220;, 1906, \u00fcber die Wiener Urauff\u00fchrung<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Andrejev lebte und arbeitete zur gleichen Zeit wie Lev Tolstoj, Tschechov, Gorkij und Blok &#8211; und seine Stimme, sein schriftstellerisches &#8218;ich&#8216; blieb keineswegs hinter diesem Gestirn gro\u00dfer Namen zur\u00fcck.&#8220;<\/strong><\/p><cite>B. S. Burgov, Hrsg. und Kommentator seines dramatischen Werks<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leonid Andrejev und sein St\u00fcck &#8212; zum Geleit<\/h3>\n\n\n\n<p>1870 heiratete ein Kleinb\u00fcrger namens Nikolaj Ivanovitsch Andrejev, der es zum selbstst\u00e4ndigen Landvermesser und Sch\u00e4tzer gebracht hatte, die aus einem verarmten Kleinadelsgeschlecht stammende Anastasija Patzkovskaja. Ein Jahr sp\u00e4ter gebahr das junge Paar ihren ersten Spro\u00df:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Leonid Andrejev (1871 &#8211; 1919)<\/h4>\n\n\n\n<p>Bereits als Gymnasiast war Leonid Andrejev, laut Tagebucheintragung, fest davon \u00fcberzeugt, <em>&#8222;dass ich ein ber\u00fchmter Schriftsteller werde. Und mit meinen Werken werde ich sowohl die Moral auf den Kopf stellen als auch, nachdem ich die menschlichen Beziehungen gefestigt habe, die Liebe und die Religion zerr\u00fctten, und ich werde mein Leben mit einer universalen Zerst\u00f6rung beschlie\u00dfen.&#8220; <\/em><br>Noch ehe eine Realisierung dieser Prophezeihung auch nur in Sicht war, schrieb er \u00fcber sein Leben bereits in der vollendeten Vergangenheitsform: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Mein Leben war eine Ein\u00f6de und eine Spelunke, ich war einsam und hatte keinen Freund, au\u00dfer mir selbst. Es gab Tage, die waren hell und leer, wie ein fremdes Fest, und es gab grauenhafte, finstere N\u00e4chte, in denen ich an das Leben und an den Tod dachte und nicht wu\u00dfte, was besser war &#8211; der Tod oder das Leben. Die Welt war grenzenlos gro\u00df, und ich war allein &#8211; ein krankes, schwerm\u00fctiges Herz, ein abstumpfender Verstand und ein boshafter, schwacher Wille [&#8230;]. Ich habe immer die Sonne geliebt, doch f\u00fcr die Einsamen ist ihr Licht grausam &#8211; wie das Licht einer Laterne \u00fcber dem Abgrund. Je heller die Laterne, desto tiefer die Kluft. Vor der hellen Sonne war meine Einsamkeit unertr\u00e4glich. Sie hat mir keine Freude gespendet &#8211; diese meine liebste und erbarmungslose Sonne [&#8230;]. Das Leben ist eine schreckliche und unbegreifliche Sache.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Schon 1901 erschien auf Gorkijs Dr\u00e4ngen der erste Band seiner &#8222;Erz\u00e4hlungen&#8220;, der innerhalb k\u00fcrzester Zeit mehrere Ausgaben erlebte und eine (nicht nur) f\u00fcr die damalige Zeit ungew\u00f6hnlich hohe Auflage von 50.000 St\u00fcck erreichte. Auf das Jahr 1905 ist Andrejevs erstes vollendetes St\u00fcck datiert. &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220; (K zvjozdam), wo er seine aufrichtige \u00dcberzeugung vom heldenhaften Freiheitskampf des Volkes zum Ausdruck bringt: Die Revolution als &#8222;der Wahnsinn und die Tapferkeit&#8220; des Menschen, &#8222;der auf den Tod schei\u00dft&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fakten<\/strong>, die Andrejevs politische Aktivit\u00e4ten in der Revolutionszeit bezeugen, gibt es allerdings nur wenige: So stellte er im Februar 1905 beispielsweise seine Wohnung f\u00fcr eine Sitzung des ZK der PSDRP zur Verf\u00fcgung, was die zaristischen Exekutivorgane auch sogleich zum Anla\u00df nahmen, den Schriftsteller zu verhaften und in Gewahrsam zu nehmen. Zwei Wochen sa\u00df er im Gef\u00e4ngnis, wo er erst gegen die Zahlung einer Kaution von zehntausend (!) Rubeln wieder freigelassen wurde. Desweiteren sind die Herausgabe revolution\u00e4rer Ver\u00f6ffentlichungen bekannt sowie die Teilnahme an Demonstrationen, Treffen, Kongressen, &#8222;regierungsfeindlichen Abenden&#8220; usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Idee <\/strong>zu dem St\u00fcck &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220; hatte Andrejev bereits 1903, nachdem er das Buch &#8222;Astronomische Abende&#8220; gelesen hatte &#8211; ein damals nicht nur in Ru\u00dfland \u00e4u\u00dferst popul\u00e4res Werk des deutschen Astronomen Hermann Klein. Maxim Gorki hielt den Umstand dieser stofflichen Inspiration in Form einer netten, kleinen Notiz fest:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Leonid war sofort f\u00fcr Klein entflammt; und nun will er einen Menschen darstellen, der inmitten \u00e4rmlich-fader Allt\u00e4glichkeit sein Leben dem Weltall widmet. Daf\u00fcr bekommt er dann auch im vierten Akt vom Teleskop eins \u00fcber den Sch\u00e4del.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Begeistert von dieser Idee, schlug Gorkij seinem Freund vor, das St\u00fcck (es sollte &#8222;Der Astronom&#8220; hei\u00dfen), gemeinsam zu schreiben, wozu es dann jedoch nicht kam &#8211; Gorki verfa\u00dfte im Feb. 1905 bekannterma\u00dfen &#8222;Die Kinder der Sonne&#8220; und Andrejev &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220;. Gleich nach der Fertigstellung, im Nov. 1905, stellte Andrejev sein St\u00fcck dem Moskauer K\u00fcnstlertheater zur Verf\u00fcgung, wo er nach den Worten V. I. Nemirovitsch-Dantschenkos &#8222;einen ungeheuer starken, tiefen und erfreulichen Eindruck&#8220; hinterlie\u00df. Die Zensur machte der geplanten Inszenierung jedoch einen Strich durch die Rechnung: &#8222;Dieses symbolistische Drama [&#8230;] dient der Idealisierung der Revolution und deren Initiatoren.&#8220; Eine Premiere konnte erst ein Jahr sp\u00e4ter, also im Herbst 1906, stattfinden &#8211; allerdings in Wien, wo Richard Valentin Regie f\u00fchrte und auch die Rolle des Treitsch spielte. Von der gro\u00dfen Moskauer Zeitung &#8222;Russkie Vedomosti&#8220; (Russische Nachrichten) wurden St\u00fcck und Inszenierung am 20. Okt. 1906 folgenderma\u00dfen beurteilt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Die Szenerie \u00fcbte einen Einflu\u00df von enormer magnetischer Kraft aus, sie infizierte jeden mit ihrem Zorn, durch ihren Aufruf zur Rache und durch ihren Aufruf zur Liebe. Mit was f\u00fcr einem \u00c4chzen wurde das Theater nach Treitschs Monolog erf\u00fcllt, den Valentin so gl\u00e4nzend vorgetragen hatte! Aus den Ovationen, mit denen sein Publikum darauf reagierte, und aus den st\u00fcrmischen Bravo-Rufen, waren nicht die gew\u00f6hnlichen Beifallsbekundungen zu entnehmen, sondern der vom Auditorium geleistete Schwur, dem Aufruf Treitschs zu folgen und mit eigenen H\u00e4nden selbst den Himmel abzust\u00fctzen, wenn es soweit kommen sollte, dass er uns auf den Kopf f\u00e4llt und daran hindert, vorw\u00e4rts zu gehen. Diese Auff\u00fchrung geh\u00f6rt zu den st\u00e4rksten Erlebnissen im Theater und wird lange in den Ged\u00e4chtnissen derer bleiben, die sie erlebt haben.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im Mai 1907 inszenierte endlich ein Russe, und zwar kein Geringerer als Vsevolod Meierhold das Drama &#8211; wenn auch in Finnland. Allerdings wurde es sofort auf Anordnung der Regierung wieder abgesetzt, weil der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Andrang von Petersburger Zuschauern angeblich nicht zu bew\u00e4ltigen gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\">Alles (zum gr\u00f6\u00dften Teil sinngem\u00e4\u00df) \u00fcbersetzt nach <br>B. S. Burgov: Kommentarii; in: Leonid Andreev: Sobranie Sotschinenij: <br>Verlag &#8222;Sovetskij pisatel'&#8220;. 1991.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einf\u00fchrung von Frank Jankowski<\/h3>\n\n\n\n<p>Andrejev entwickelt sein bizarr-analytisches Drama vor dem Hintergrund der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russische_Revolution_1905\">sogenannten <\/a>Ersten Russischen Revolution. Es spielt in einem entlegenen (ausl\u00e4ndischen) Observatorium in den Bergen. W\u00e4hrend drau\u00dfen das Heulen des Schneesturms an das politische Unwetter gemahnt, verdichtet sich die sowohl emotionale als auch ideologische Verstrickung der Figuren zu einem derma\u00dfen spannungsgeladenen Konflikt, dass der entstehende Knoten mit herk\u00f6mmlichen dramatischen Mitteln schon bald nicht mehr l\u00f6sbar scheint&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Schicksal Nikolaj Ternovskijs, der bezeichnenderweise selbst gar keine &#8218;Rolle spielt&#8216;. Im Mittelpunkt des dramatischen Geschehens steht deshalb auch nur dessen R\u00fcckkehr von einer revolution\u00e4ren Mission, auf die alle Figuren &#8211; vergeblich &#8211; warten. Nikolaj ist der Lieblingssohn des Professors Ternovskij, der Inbegriff des guten und starken Menschen, der vollkommen selbstlos f\u00fcr die Freiheit des unterdr\u00fcckten Volkes eintritt. Dieser h\u00f6chst idealisierte M\u00e4rtyrer wird bei einer antizaristischen Protestaktion gefangen genommen und schlie\u00dflich bis zum Wahnsinn gefoltert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite des Personenkreises &#8211; mit der gr\u00f6\u00dften B\u00fchnenpr\u00e4senz und dem zugleich kleinsten Aktionspotential ausgestattet: Inna Alexandrovna Ternovskaja, die Ehefrau des Astronomie-Professors, die mit aller Kraft versucht, ihre Familie zusammenzuhalten. Einst stark und mutig, schwankt sie nun zwischen Hoffnung und Resignation, ist aber bereits zu alt und durch das Schicksal ihres Sohnes Nikolaj emotional zu festgefahren, als dass sie die Dramenhandlung zum Guten wenden k\u00f6nnte. Zu ihrer Familie geh\u00f6ren au\u00dferdem Anna (25 J.), ihre mit Verchovtzev verheiratete Tochter, sowie Petja (18), ihr vernachl\u00e4ssigter j\u00fcngster Sohn.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite: Sergej Nikolajevitsch Ternovskij, ein Wissenschaftler par exellence, der sich in seine astronomisch-philosophische Welt zur\u00fcckgezogen hat; ein abgehobener Intellektueller, ein Tr\u00e4umer, der erst aufwacht, als es zu sp\u00e4t ist. Zu seinem Team geh\u00f6ren drei grundverschiedene Charaktere: die wissenschaftlichen Assistenten Pollak (32), ein politisch unkritischer, strebsamer Spie\u00dfer; Luntz (28), ein \u00fcberempfindlicher, hitzig-selbstmitleidiger Jude; und Zhitov, ein b\u00e4renhafter Gem\u00fctsmensch, der sich aufs Sehen und Beobachten beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazwischen stehen die angeheirateten Familienmitglieder Valentin Verchovtzev (30), Annas Ehemann, eine Art zynischer R\u00e4soneur, gleichsam das personifizierte &#8222;comic relief&#8220; der Trag\u00f6die und Marusja (20), die Verlobte Nikolajs, ein idealistisches Energieb\u00fcndel. Schlie\u00dflich der Arbeiterrevolution\u00e4r Treitsch (30), ein genialischer Propagandist sowie der junge, unauff\u00e4llige aber fein geschnitzte Schmidt.Tats\u00e4chlich liegt der Geschichte ein alter Stoff zugrunde: die Beziehung der Wissenschaft zur politischen Gesellschaft. Zwischen den vier Akten vergehen jeweils mehrere Wochen.Das Besondere an dem Drama &#8222;Hinauf zu den Sternen&#8220; ist schwer zu definieren&#8230; Zum einen erinnert das handlungsarme, ja -gel\u00e4hmte Rumoren der quasi eingeschlossenen Figuren an Tschechovs psychologische St\u00fccke. Zum anderen dringt es auf der gesellschaftspolitischen Sph\u00e4re bis in die zeitlos philosophische Tiefe von Tarkovskijs filmischen Endzeitvisionen vor. Nichts ist konstruiert, und doch bleibt auch nichts dem Zufall \u00fcberlassen. Und \u00fcber dem Ganzen schwebt eine so feine Ironie, dass sie vielen Dramaturgen bei der ersten Lekt\u00fcre verborgen bleiben mu\u00dfte. Allein dadurch gewinnt Andrejevs St\u00fcck (das meines Wissens mindestens seit einem halben Jahrhundert auf keinem deutschsprachigen Spielplan mehr gestanden hat) bereits jene \u00fcberraschende Aktualit\u00e4t und Lebendigkeit, die mit Hilfe einiger leicht zu verantwortender Streichungen (vor allem im 3. und 4. Akt) eine Wiederaufnahme rechtfertigt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\">Das St\u00fcck selbst wird in meiner \u00dcbersetzung bei <a href=\"https:\/\/henschel-schauspiel.de\/de\">Henschel Schauspiel<\/a> vertrieben &#8211; und kann dort angefordert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Russischen frei \u00fcbertragen von Frank Jankowski, Stand: 1995, verlegt bei Henschel Schauspiel &#8222;Gorkis St\u00fcck [&#8222;Kinder der Sonne&#8220;!] verdankt <span class=\"more-text\">&hellip;<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":304,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[98,96,97],"class_list":["post-287","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-uebersetzung","tag-maxim-gorki","tag-meierhold","tag-russische-revolution"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=287"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":867,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/287\/revisions\/867"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}