{"id":92,"date":"2015-06-04T18:36:25","date_gmt":"2015-06-04T16:36:25","guid":{"rendered":"http:\/\/frankjankowski.de.w01a8fb4.kasserver.com\/wp_textblog\/?p=92"},"modified":"2020-07-03T08:39:44","modified_gmt":"2020-07-03T06:39:44","slug":"kein-messer-dringt-so-tief-wie-ein-falsch-gesetztes-komma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/kein-messer-dringt-so-tief-wie-ein-falsch-gesetztes-komma\/","title":{"rendered":"Kein Messer dringt so tief, wie ein falsch gesetztes Komma"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum \u00dcbersetzungsfehler in technischen Dokumentationen uns und dem Hersteller das Leben schwer machen, und wie man sie zuk\u00fcnftig vermeidet<\/h3>\n\n\n\n<p>Ob die Bauherren des sagenhaften Wolkenkratzers zu Babel einen Zufluchtsort vor der n\u00e4chsten Sintflut brauchten oder einfach nur hoch hinaus wollten, sei dahingestellt. Jedenfalls muss man Gottes Schachzug, Sprachverwirrung zu stiften, um das Richtfest dieses Symbols menschlicher Vermessenheit zu boykottieren, als h\u00f6chst originell w\u00fcrdigen. Den \u00dcbersetzerberuf zu erfinden, war dann von Seiten der Menschheit allerdings auch keine schlechte Idee. Denn seit es den gibt, werden noch viel m\u00e4chtigere T\u00fcrme gebaut. Liegt hierin wom\u00f6glich der tiefere Sinn jenes alten italienischen Sprichworts: \u201eTraduttore traditore\u201c (\u00dcbersetzer sind Verr\u00e4ter)? Tats\u00e4chlich missbrauchen Dostojewski-\u00dcbersetzer unser Vertrauen, wenn sie den bettelarmen Raskolnikov Champagner trinken lassen. Sie verkennen, dass \u201eschampanskoje\u201c(\u0448\u0430\u043c\u043f\u0430\u0301\u043d\u0441\u043a\u043e\u0435) in diesem Kontext billigsten Schaumwein bezeichnet. Jedoch zeitigt dieser Unfug keinerlei Auswirkungen auf die Unversehrtheit des Lesers oder den Ruf des Verlags, der die immer wieder hoch gelobten \u201eNeu\u00fcbertragungen\u201c mit immer derselben Ungereimtheit herausbringt. \u00c4hnlich unbrisant d\u00fcrften die Folgen der Star Trek-Synchronisierungsverwechselung von Silizium (\u201esilicon\u201c) und Silikon (\u201esilicone\u201c) ausfallen, wie sie auch den \u00dcbersetzern der Steve Jobs-Biografie gleich im ersten Kapitel unterlief.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201dF\u00fcr Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht \u00fcber zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt.\u201d <\/p><cite><em>Aus: Walter Isaacson: Steve Jobs. Die autorisierte Biografie des Apple-Gr\u00fcnders. 1. Auflage. Bertelsmann, M\u00fcnchen 2011, ISBN 978-3-570-10124-7.<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein drittes Beispiel stammt aus einem Bericht \u00fcber Tamagotchis: &#8222;Sieben Jahre nach dem Boom der pflegebed\u00fcrftigen Kleincomputer kommt nun eine zweite Generation der Silikonk\u00fcken auf den Markt&#8220;. Das Herzst\u00fcck der kleinen Tamagotchi-Nachkommen besteht aber nicht aus Silikon, sondern aus Silizium. In der Welt technischer \u00dcbersetzungen liegt die Sache v\u00f6llig anders. Weitaus geringere Fehler verm\u00f6gen hier Verheerendes anzurichten, und zwar in jeglicher Hinsicht. Ein um eine einzige Stelle verrutschtes Komma kann hier den qualvollen Tod eines oder sogar vieler Menschen bedeuten, n\u00e4mlich, wenn es sich dabei bspw. um die Mengenangabe einer R\u00f6ntgenstrahlendosis handelt. Auch in der Beschreibung eines Defibrillators reiche bereits ein kleiner Fehler aus, um eine falsche Anwendung zu verursachen und den Tod eines Patienten zu verschulden, best\u00e4tigt eine Sprecherin der Heinz Stampfli AG. In einer amerikanischen Studie resultierten 1.500 von 30.000 untersuchten Medikationsfehlern aus missverst\u00e4ndlich \u00fcbersetzten Abk\u00fcrzungen. Deshalb greife man in dieser Branche verst\u00e4rkt auf ausgebildete Mediziner zur\u00fcck. Im \u00c4rzteblatt hingegen wird durch eine andere Studie belegt, \u201edass ein entsprechend ausgebildeter \u00dcbersetzer einem sprachversierten Mediziner vorzuziehen ist. Und in einem internationalen Medizin-Blog hei\u00dft es gar: <em><strong>\u201cIn nearly one in five cases that required the involvement of a medical translator, a serious error was reported.\u201d<\/strong><\/em><br>Der \u00d6sterreichische \u00dcbersetzer- und Dolmetscherverband Universitas stiftet sogar Preise f\u00fcr die schlechtesten \u00dcbersetzungen. 2008 wurde diese zweifelhafte Ehre dem Fernbusriesen Eurolines wegen seiner osteurop\u00e4ischen Fahrpl\u00e4ne zuteil. Statt \u201eSitzplatzreservierung erforderlich\u201c stand da z.B. im Polnischen (r\u00fcck\u00fcbersetzt) so viel wie \u201eSitzfl\u00e4che des Vorbehaltes erforderlich\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"679\" src=\"http:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-1024x679.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-104\" srcset=\"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-300x199.jpg 300w, https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-768x509.jpg 768w, https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-1536x1019.jpg 1536w, https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/uebelsetz_dankstelle-2b-2048x1359.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Problem translatorischer Schludrigkeit besch\u00e4ftigt die Fachwelt schon lange. Bei einer Ausschreibung der Europ\u00e4ischen Union wurde 1998 ein Angebot mit der Begr\u00fcndung abgelehnt, die Dokumentation enthalte eine Reihe von \u00dcbersetzungsfehlern. Der Bewerber unterstellte Korruption: in Wahrheit werde eine Firma bevorzugt, die billiges Personal besch\u00e4ftige und fr\u00fcher bereits den Zuschlag erhalten habe. So die Begr\u00fcndung seines Einspruchs. Die Konsequenzen dieses Problems f\u00fchrt der irische Translatologe Jody Byrne als Paradebeispiel an, in welchem <strong><em>\u201ethe sheer cost in terms of money, time and effort is enormous.\u201c<\/em><\/strong> Byrne referierte auch den folgenden interessanten Fall, wo ein bundesrepublikanischer Sprachdienstleister die Vokabel\u201esteam\u201c f\u00e4lschlicherweise mit\u201eRauch\u201c verdeutschte \u2013 und zwar f\u00fcr die Gebrauchsanleitung eines englischen Brotbackautomaten. Rauchentwicklung beim Backen, so die Information, sei v\u00f6llig normal. Dummerweise f\u00fchrte ein Konstruktionsfehler dazu, dass es durch \u00dcberhitzung tats\u00e4chlich rauchte, anstatt nur zu dampfen. Da dies laut Herstellerinstruktionen ungef\u00e4hrlich war, lie\u00dfen die deutschen Brotb\u00e4ckerinnen es fr\u00f6hlich qualmen \u2013 nicht ahnend, dass solche Ausd\u00fcnstungen sogar giftig sind\u2026<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einer der vielleicht teuersten \u00dcbersetzungsdienstleistungsfehler aller Zeiten<\/h3>\n\n\n\n<p>betrifft Continental Illinois. Japaner hatten Interesse bekundet, diese damals strauchelnde siebtgr\u00f6\u00dfte Bank der Vereinigten Staaten zu \u00fcbernehmen. Bei der \u00dcbertragung einer entsprechenden Pressemeldung ins Japanische vertauschte die Agentur den Terminus \u201eGer\u00fccht\u201c mit \u201eBekanntgabe\u201c. Im n\u00e4chsten Augenblick verlangten s\u00e4mtliche Anleger und Gl\u00e4ubiger ihr Geld zur\u00fcck. Zusammen mit der Federal Deposit Insurance und dem Federal Reserve Board pumpte der Comptroller of the Currency als vertrauensbildende Ma\u00dfnahme um die $ 2 Mrd. in eine Refinanzierung. Ohne Erfolg. Aus Angst vor Domino- und Schneeballeffekten pumpte man weiter, bis das amerikanische Volk schlie\u00dflich acht Milliarden Dollar f\u00fcr diese Angelegenheit bezahlt hatte. Dagegen sind die 112 Millionen Dollar f\u00fcr den falsch \u00fcbersetzten Beipackzettel, die einem US-amerikanischen Pharmakonzern unl\u00e4ngst als Strafe aufgebrummt wurde, Peanuts. Immer wieder m\u00fcssen exportorientierte Unternehmen hohe Zusatzkosten f\u00fcr vermasselte Internationalisierungen ihrer Dokumentationen in Kauf nehmen. Der Ablehnungsbescheid der franz\u00f6sischen Zulassungsbeh\u00f6rde f\u00fcr eine bereits lieferfertige Lokomotive kostete den in Moskau ans\u00e4ssigen sechstgr\u00f6\u00dften Eisenbahnhersteller der Welt, Transmashholding, rund 85.000 Euro Geb\u00fchr, sowie fast 2.000 Euro Zwischenlagerkosten f\u00fcr jeden Tag, den sich die Revision hinzog. Schuld waren unfachm\u00e4nnisch \u00fcbersetzte Formalit\u00e4ten. Die Konventionalstrafen, die ein namhafter deutscher Druckmaschinenfabrikant allein im letzten Jahr f\u00fcr nachl\u00e4ssige Lokalisierungen bezahlen musste, war noch teurer \u2013 und dem Gesch\u00e4digten ist dieser Imagemakel so unangenehm, dass er nicht einmal genannt werden will. Windkraftanlagenbauer wie Alstom oder General Electric kalkulieren solche Zusatzkosten mittlerweile sogar schon in ihren Angeboten f\u00fcr die Aufsteller mit ein. Ganz andere, kaum weniger kostspielige, Nachl\u00e4ssigkeiten im Bereich sprachlicher Lokalisierung beschw\u00f6ren immer wieder weltweite Markteinf\u00fchrungen herauf. Die beiden peinlichsten F\u00e4lle bescherten uns zum einen Schwedens Electrolux-Staubsauger mit dem Claim \u201cNichts saugt wie ein Electrolux\u201d, was f\u00fcr den englischsprachigen Markt mit <strong><em>\u201eNothing sucks like an Electrolux\u201d<\/em><\/strong> \u00fcbersetzt wurde, worunter ein Amerikaner jedoch versteht, dass \u201enichts so beschissen ist, wie ein Electrolux!\u201d. Der andere Fauxpas, den Japans Mitsubishi mit seinem Pajero (Spanisch \u201eWichser\u201c) lieferte, avancierte in der Branche schon beinahe zu einem gefl\u00fcgelten L\u00e4ster-Wort. Obwohl Analysten dem Citro\u00ebn C4 gute bis sehr gute Absatzchancen in China bescheinigt hatten, wurde auf diesem gigantischen Markt kaum ein einziges Exemplar verkauft \u2013 bis man schlie\u00dflich einen Lokalisierungsdienstleister einschaltete, der erkl\u00e4rte, dass \u201eC4\u201c in den Ohren eines Chinesen so viel wie \u201estirb doppelt\u201c bedeutet. Man \u00e4nderte den Namen in \u201eC Quatre\u201c, aber das Image war l\u00e4diert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Butter zum Braten von Schweizern<\/h3>\n\n\n\n<p>China ist ein hei\u00dfes Eisen, diese Erfahrung m\u00fcssen jetzt immer mehr Nichtchinesen machen. Als das Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft sich unl\u00e4ngst diesem Thema (China) widmete, illustrierte man die Titelseite mit chinesischer Kalligrafie, die man zur Sicherheit immerhin einem deutschen Sinologen vorlegte. Dieser war der Ansicht, es handle sich um \u201cv\u00f6llig unverf\u00e4ngliche Zeichen\u201d. Chinesische Mitarbeiter aus Max-Planck-Instituten wiesen nach Erscheinen des Heftes jedoch konsterniert darauf hin, dass die Botschaft des Textes eindeutig zweideutig sei. Es war eben doch kein, wie man auf den ersten Blick vermutete, klassisches Gedicht mit jahrtausendealten Weisheiten, sondern Werbung eines Etablissements aus dem Rotlichtmilieu. \u201eWir haben es uns einiges kosten lassen und junge M\u00e4dchen aus Nordchina aufgetrieben\u201d, hei\u00dft es da auf dem Titel des altehrw\u00fcrdigen deutschen Wissenschaftsperiodikums. Die Damen seien \u201chei\u00df\u201d und h\u00e4tten \u201eeine erregende Figur\u201d\u2026 Die Liste teurer Konsequenzen aus mangelnder Kompetenz oder Kontrolle ist ebenso lang wie verbl\u00fcffend. Mit einem makabren Lapsus sorgte zuletzt die eidgen\u00f6ssische Supermarktkette Migros f\u00fcr internationales Gaudium. Ihre Schweizer Bratbutter hie\u00df auf Italienisch &#8222;Burro per arrostire Svizzeri&#8220;, also &#8222;Butter zum Braten von Schweizern&#8220;. Die Migros haut uns in die Pfanne, beschwerte sich die Neue Z\u00fcrcher Zeitung daraufhin. Und der Sender SRF bezeichnete das Bioprodukt als \u201eKannibalenbutter\u201c. Die Sch\u00e4den, die solche Fehler verursachen, sind nur schwer zu beziffern. Es entstehen ja nicht blo\u00df Kosten f\u00fcr Druck und Logistik der neuen Verpackung, sondern auch Kratzer im Image, denn der Verbraucher k\u00f6nnte argw\u00f6hnen, dass die Zubereitung des Produkts genauso schlampig ausf\u00e4llt, wie dessen \u00dcbersetzung \u2013 erst recht, wenn er dann auch noch jenes \u201as\u2018 bemerkt, das in der franz\u00f6sischen Version (&#8222;Beurre \u00e0 r\u00f4tir suisses&#8220;) zu viel ist. Durch Internet und globalisiertes Outsourcing verschlechtert sich die Qualit\u00e4t der \u00dcbersetzungen zunehmend. Interne oder unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfungen der \u00dcbersetzungen vor allem seltener Sprachen sind jedoch extrem aufw\u00e4ndig, f\u00fcr kleinere Unternehmen oft sogar unm\u00f6glich. Einem von TranslateMedia ver\u00f6ffentlichten Untersuchungsergebnis zufolge, m\u00fcssen 80% aller internationalen Unternehmen Einnahmeverluste wegen schlechter \u00dcbersetzungen hinnehmen. 40% aller Produkteinf\u00fchrungen verz\u00f6gern sich durch \u00dcbersetzungsfehler, und jedes 15. Unternehmen wird aufgrund mangelnder \u00dcbersetzungsqualit\u00e4t f\u00fcr Regelverst\u00f6\u00dfe bestraft. Das alles schreit geradezu nach Abhilfe. Genauer gesagt: nach einem vertraulichen und unabh\u00e4ngigen Standard-Verfahren zur Qualit\u00e4tssicherung von Fachtext-\u00dcbersetzungen, f\u00fcr die weltweit $ 45 Mrd. (reine, von Language Service Providern in Rechnung gestellte Direktkosten) pro Jahr ausgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine L\u00f6sung<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des renommierten Hamburger Sprachdienstleisters Glossa Group, Wirtschaftsingenieur und Nanotechnologe, war sicherlich nicht der erste, der diese Marktl\u00fccke entdeckte, aber der erste, der sie ausf\u00fcllte \u2013 mit myproof, einem universell einsetzbaren webbasierten CMS, das als Plug-in bzw. App ins eigene System integriert wird. Anwender k\u00f6nnen damit individuelle Bewertungsparameter f\u00fcr ihre zu pr\u00fcfenden Texte festlegen, \u00dcbersetzungsprobleme im Detail erkennen (und beheben lassen) und Qualit\u00e4tsentwicklungen durch standardisierte Kennzahlen verfolgen. Gut anderthalb Jahre dauerte die Entwicklungsphase. Dabei profitierte das Team der Konzepter vom Knowhow ihrer sehr unterschiedlich qualifizierten Mitarbeiter. Neben den (teils promovierten) Fach\u00fcbersetzern besch\u00e4ftigt das mittelst\u00e4ndische Unternehmen sowohl junge, querdenkende Programmierer und Computerlinguisten, als auch langj\u00e4hrig erfahrene Projektmanager. Gemeinsam decken sie das gesamte Spektrum der Translatologie ab, und verf\u00fcgen au\u00dferdem \u00fcber ein weltweit verzweigtes Netzwerk ebenfalls akademisch ausgebildeter Lektoren, ohne die myproof nicht funktionieren k\u00f6nnte. Neben den Vorschriften eines Qualit\u00e4tsmanagementsystems, wie sie etwa durch DIN-, EN- und ISO-Richtlinien festgelegt werden, erf\u00fcllt das System s\u00e4mtliche Anforderungen international g\u00e4ngiger Qualit\u00e4tsnormen f\u00fcr den modernen \u00dcbersetzungsprozess einschlie\u00dflich TerminologieManagement. Viele L\u00f6sungen entstanden in Anlehnung an andere, fr\u00fchere Qualit\u00e4tssicherungsentw\u00fcrfe, die sich aufgrund unausgegorener Gesamtkonzepte und eindimensionaler Zielgruppenorientierungen nicht durchsetzen konnten. So ist die myproof-Systematik der Fehlerkategorien bspw. eine verfeinerte Weiterentwicklung der strengen, in der Automobilindustrie geltenden, Translation Quality Norm SAE J2450. Die Methodik der Schwellenwerte hingegen, einer der schwierigsten Aspekte \u00fcberhaupt, geht auf einen entsprechenden Ansatz des LISA QA-Modells zur\u00fcck, bei denen Glossa-Gr\u00fcnder bereits federf\u00fchrend mitgewirkt hatten. Zur Bew\u00e4ltigung manch anderer Herausforderungen (Kategorisierung von Textsorten, Bestimmung von Qualit\u00e4tsparametern, Klassifizierung linguistischer Konstanten etc.) setzte man auch Erkenntnisse der Hochschulforschung in die Praxis um, wobei sich wiederum Synergieeffekte ergaben. 2013 wurde die Beta-Version der myproof-Suite auf der Messe f\u00fcr technische Kommunikation (tekom) der Welt\u00f6ffentlichkeit vorgestellt, heimste kurz darauf zwei Preise, u.a. f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Innovationen, ein und erf\u00e4hrt seitdem gro\u00dfe Zustimmung von Seiten der Industrie. myproof ist in zwei Komponenten verf\u00fcgbar: zum einen als sehr preisg\u00fcnstige und komplett online hantierbare myproof platform mit den Basictools des gro\u00dfen Bruders f\u00fcr einzelne, kleine und schnell verf\u00fcgbare Stichproben-Pr\u00fcfungen quasi von der Stange. Zum anderen gibt es den gro\u00dfen myproof manager als ma\u00dfgeschneidertes Baukastensystem f\u00fcr kontinuierliche Qualit\u00e4tssicherungen gro\u00dfer Textumf\u00e4nge, das nach dem Prinzip so genannter \u201eEskalationsstufen\u201c funktioniert \u2013 vereinfacht ausgedr\u00fcckt: je mehr Fehler, desto gr\u00f6\u00dfer der Verdacht auf Schlamperei, desto genauer die Pr\u00fcfung. Derzeit wird das zweite Release (mit Verbesserungen der Benutzer-Oberfl\u00e4che, gr\u00f6\u00dferer \u00dcbersichtlichkeit, pr\u00e4ziserer und effizienterer Fehlerermittlung, Angebot der Quelltext-Evaluation, Verschmelzungen sich \u00fcberschneidender Leistungen, strengerer Normierungen diverser Features etc.) fertiggestellt. Und wenn sich das erst herumgesprochen hat, d\u00fcrfte sich der \u00f6sterreichische Universitas sehr viel schwerer tun, jemandem seinen Anti-Preis f\u00fcr die \u201c\u00dcbelsetzung des Jahres\u201d aufzub\u00fcrden, der \u00fcbrigens aus einer Liste professioneller \u00dcbersetzer und Dolmetscher besteht. Zuletzt traf es die Weinkellerei Schlumberger. Den Slogan \u201cDer au\u00dfergew\u00f6hnliche Verf\u00fchrer\u201d hatte der traditionsreiche Gro\u00dfh\u00e4ndler mit \u201cThe exceptional abuser\u201d, also \u201cDer au\u00dfergew\u00f6hnliche Missbraucher\u201d, f\u00fcr den Export uminterpretiert \u2013 ein nicht blo\u00df peinlicher, sondern angesichts des berauschenden Produkts sogar kontraindizierter Lapsus. \u201cWir bedauern, dass gerade bei einem renommiertem Unternehmen das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit professioneller \u00dcbersetzungen nicht vorhanden ist\u201d, verk\u00fcndete die Generalsekret\u00e4rin des Verbandes. \u201cHier wurde ganz klar an der falschen Stelle gespart.\u201d Die \u00dcbersetzung von \u2018Verf\u00fchrer\u2019 laute \u2018seducer\u2019, sei aber in einem englischen Werbetext wenig \u00fcberzeugend. Hier seien Sprachprofis gefragt, die den Slogan im Englischen so gestalten, dass er dem Sinn des deutschen Originals entspreche.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Lust auf <strong>mehr \u00dcbersetzungsfehler<\/strong>? Check my Site:<\/p><cite><a href=\"http:\/\/www.uebelsetzung.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.\u00dcbelsetzung.eu<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum \u00dcbersetzungsfehler in technischen Dokumentationen uns und dem Hersteller das Leben schwer machen, und wie man sie zuk\u00fcnftig vermeidet Ob <span class=\"more-text\">&hellip;<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":105,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[166,1,10],"tags":[62,59,58,61,57,60,162,67],"class_list":["post-92","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meine-favoriten","category-allgemein","category-pressetexte","tag-iso-richtlinien","tag-silizium-valley","tag-sprachverwirrung","tag-stirb-doppelt","tag-traduttore-traditore","tag-uebelsetzung","tag-uebersetzungsfehler","tag-uebersetzungsqualitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1213,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92\/revisions\/1213"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frankjankowski.de\/wp_textblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}