…dessen Kinder reihenweise in den Freitod gehen

Leihe mir in letzter Zeit immer häufiger Filme in einer Videothek aus.
Die letzten zwei Tage ein Video mit der Geschichte der Mann-Familie gesehen. Vier Teile.
Das war eine große Bereicherung. Mit Abstand das bedeutendste kulturelle Ereignis meiner letzten Monate. Wenn auch bedrückend irgendwie.
Armin Müller-Stahl (in der Rolle des Thomas Mann) war mir weitaus sympathischer als die Person, die er verkörperte. Was muss das für ein Mensch gewesen sein, dessen Kinder reihenweise in den Freitod gehen? Die Antwort auf diese Frage bleibt der Film schuldig. Auch, welchen Teil die Mutter, Katia, dazu beigetragen hat. Und auch Golos Rolle blieb mir unklar.
Der Rhythmus, die Übergänge zwischen Interview, Dokumentar- und Spielfilm waren schön gemacht: Immer neu, immer interessant, immer überraschend.
Hätte mir natürlich mehr literarische Aspekte gewünscht. Aber dafür hätte man wohl noch einen weiteren Teil produzieren müssen.
Wenn einem vor Augen geführt wird, dass jemand wie Heinrich Mann (Thomas’ Bruder), der zwei bedeutende Werke der Weltliteratur verfasst hat, in solcher Gram und Armut dahin siecht, dann spornt das nicht gerade an…

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