Uncanny Valley (Filmtagebuch)

Gedanken zur Entwicklung des 3D-Animationsfilms, der drauf und dran ist, sich zu meiner Lieblingsfilmtechnik zu entwickeln.

Illustration: Still aus einem meiner 3D-Animationen.

Die Entwicklung von CGI (Computer Generated Imagery) bzw. des 3D-Animationsfilms birgt enorme Potenziale. Erste Meilensteine dieser Entwicklung waren Tron (1982), Toy Story (1995), Sin City (2005) und Avatar (2009), der weltweit rund 3 Milliarden US-Dollar einspielte, damit zum lukrativste Film aller Zeiten avancierte (Stand 2020). Die Entwicklung dieser Technologie schritt dermaßen rasant voran, dass man schon heute die virtuellen Wesen nicht mehr von den echten unterscheiden kann. Jon Favreau stellte dies 2016 mit seinem Jungle Book bahnbrechend unter Beweis. Durch das „Motion Capturing“ werden dank immer schnellerer Prozessoren und immer feinerer Sensorleistungen nunmehr perfekte Animationen erzielt. Für den Effekt jedoch, dass der “Anthropomorphismus” von Robotern und Avataren zu echt ausfällt, also vom Rezipienten als paradox (sprich: unangenehm) empfunden wird, gibt es (bereits seit den 70er Jahren!) den Begriff des „Uncanny Valley“. Aber auch im Comic-Style Sub-Genre, wo diese Gefahr mitnichten besteht, werden die Ergebnisse immer beeindruckender — zuletzt mit „Spider Man: A New Universe“ (erwähnt in meinem Filmtagebuch: diverse vom Okt. 2019). Der Oscar-prämierte “Zoomania” bzw. „Zootopia“ kostete 2016 rund 150 Millionen Dollar, spielte weltweit über eine Milliarde Dollar ein und liegt damit in den Top 100 der erfolgreichsten Kinohits auf einem vorderen Rang.

CGI ist also längst im Begriff, die gesamte Spielfilmindustrie zu revolutionieren.

Es könnte sein, dass Schauspieler – Marionettenspielern gleich – irgendwann nur noch ihre digitalen Avatare steuern. Vielleicht braucht man sie irgendwann auch gar nicht mehr, so wie es Andrew Niccol in seiner “S1mOne”-Vision prophezeit. Im nächsten Schritt werden die Leinwandhelden dann womöglich unsere eigenen hochaufgelösten Gesichtszüge tragen, damit wir uns noch ungebremster mit ihnen identifizieren können. Quantenrechner werden dann in Echtzeit unsere zuvor abgespeicherten Gesichts- und (wer will auch) Körper-Scans durch die entsprechenden 3D-Modelle ersetzen…

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